Das war der Kinoabend mit der ASF!

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In der Stunde zwischen Einlass und Filmbeginn summte es im Saal von lebhaften Gesprächen, die Stimmung war herzlich und es fühlte sich an wie Kino mit hundert Freundinnen. Das gefiel vielen Besucherinnen und uns so gut, dass wir den nächsten Filmabend für den 1. März 2018 planen.

Ute Stahl begrüßte das Publikum und Nadia Götz führte mit folgendem Text in die Thematik des Films ein.

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir begrüßen Euch ganz herzlich im Bienchen Eutin, um mit dem Film „Mustang“ gemeinsam eine Reise in die Welt von fünf jungen Schwestern zu machen, die an der Schwarzmeer-Küste der Türkei leben. Ein Sommer der Erfahrungen und Entscheidungen liegt vor den Mädchen.
Sicher verbinden viele von uns mit dem Bild der Mustangs Pferde, die mit wehenden Mähnen voller Lebenskraft durch weite Landschaften galoppieren: stark, anmutig, unbändig, frei. Ich jedenfalls hatte dieses Bild und da fiel mir wieder ganz intensiv eine Erinnerung aus meinem Heimatland Algerien ein, in dem ich mit meinem algerischen Vater und meiner deutschen Mutter die ersten fünf Jahre meines Lebens verbrachte und das ich später immer wieder einmal bereist habe, zumindest dann, wenn dies möglich war.
Meine Tanten haben jeweils drei Töchter. Ich weiß noch, wie wundervoll ich die Haare meiner Cousinen fand. Alle hatten langes, dichtes, glänzendes, gewelltes, dunkelbraunes Haar. Es umrahmte ihre Gesichter und für mich sah ihr Haar manchmal aus wie Samt. Ich war ehrlicherweise oft neidisch, denn auch wenn einiges an algerischem Erbe in mir ist, diese wundervollen Haare gehören nicht dazu.
Gleichzeitig erlebte ich schon ganz früh, dass die Schönheit dieser Haare in der Öffentlichkeit nicht einfach gezeigt werden durfte und so striegelten meine Tanten die Haare ihrer Töchter jeden Morgen zurecht und umwickelten die Pracht mit einem bunten Baumwollband zu einem dicken Zopf. Die Haare lagen fest am Kopf, das Band verdeckte das samtige Wunder. Meine Cousinen waren etwas jünger oder etwas älter als ich, aber alle weinten morgens doch häufiger, denn der Zopf war so stramm.
Ich war oft froh, dass ich diese Prozedur nicht mitmachen musste und fühlte, dass etwas an diesen Samthaaren offensichtlich nicht gewollt war, konnte das aber erst viel später verstehen. Die gestriegelten und streng gebundenen Haare wurden für mich Symbol einer von Männern zugeordneten und von Müttern durchgeführten Domestizierung und Freiheitsberaubung. Jede Gesellschaft hat ihre Stärken und ihre Schwächen, es ist für Menschen wichtig, Werte und Normen zu erleben, um sich zu orientieren und Sicherheit in einem tragfähigen Netz zu erleben. Die so genannten westlichen Werte sind, wie wir aktuell erleben, mit vielen Fragezeichen zu versehen, insbesondere dann, wenn sie mit Gewalt, Manipulation und Machtdemonstration in die Welt getragen werden.
Aber: die Domestizierung, Reglementierung und Entwürdigung von Mädchen und Frauen, die über die Zeit sogar Teil ihrer selbst werden, verhindert Entwicklung von Gerechtigkeit und Freiheit und deswegen geht es bei den Rechten von Mädchen und Frauen immer um Menschenrecht.

Gehen wir also in diesem Sinne gemeinsam auf die Reise. Es ist ein warmer Sommertag, die Ferien beginnen, es riecht nach Sonne, satten, grünen Blättern, Sand und Meer. Erinnert ihr euch?

 
 

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