6. Fortschreibung des Kreisschulentwicklungsplanes von 2022/23 – 2041/42 im Fachausschuss und im Kreistag im September 2023

Foto: Burkhard Klinke

Das Land SH hat die Kreise verpflichtet, zur Sicherung eines gleichmäßigen, wohnortnahen und alle Schularten umfassenden Angebots eine Schulentwicklungsplanung unter Berücksichtigung der Jugendhilfeplanung und der Schulen in freier Trägerschaft aufzustellen und fortzuschreiben.

Die Schulentwicklungsplanung ist mit den Trägern der Schulen im Kreis und kreisübergreifend abzustimmen. Neu wurde das Thema inklusive Beschulung mit in die Fortschreibung aufgenommen.

Die Erstellung dieses Planes ist als Basis für die Gestaltung der zukünftigen Schullandschaft im Kreis Ostholstein eine wichtige Aufgabe, die eine detaillierte Planung und konsequente Umsetzung auf Kreis-, kommunaler und natürlich auch auf Landesebene erfordert.

Demographischer Wandel, heterogene Lerngruppen, Globalisierung, Digitalisierung, Inklusion und die Integration stellen große Aufgaben dar.

Nach den Prognoseberechnungen ist in dem Planungszeitraum bis zum Schuljahr 2041/42 in einer Gesamtbetrachtung aller Schulen mit rückläufigen Schüler:innenzahlen zu rechnen. Die Datengrundlage zur Berechnung der Entwicklung der Schüler:innenzahlen war der Jahrgang 2021/22. Die vielen Neubaugebiete im Kreis Ostholstein konnten nur mit aufgenommen werden, wenn sie gemeldet wurden.

Positiv ist zu vermerken, dass bei fast allen 23 Grundschulen im Kreis die tatsächlichen Schüler:innenzahlen im Schuljahr 2022/23 höher sind als erwartet, wie z. B. bei der Grundschule der Stadt Fehmarn in Burg mit einem Plus von 13,8 %, bisher 264 Schüler:innen, dazu werden im Schuljahr 2023/24 64 Schüler:innen in Klassenstufe 1 aufgenommen werden und auch die Grundschule in Heiligenhafen hat ein Plus von 13, 5 %, in Grömitz 6%.

Im Schulgesetz ist ausgeführt, dass Schüler:innen mit Behinderung besonders zu unterstützen sind. Das Ziel einer inklusiven Beschulung steht im Vordergrund.

Im Schuljahr 2022/23 wurden im Kreis 845 Schüler:innen mit einem festgestellten Förderbedarf beschult, das sind 5,1% von der Gesamtschüler:innenzahl. Von diesen 845 Kindern wurden 430 inklusiv beschult, das entspricht einem Inklusionsanteil von rund 50,9 %, im ganzen Land beträgt der Anteil 2022/23 65,7%.

In vielen Kreisen liegt der Inklusionsanteil wesentlich höher z. B. Kreis Steinburg 76,5%, Kreis Pinneberg 76,3%, Kreis Stormarn 67,1%, unser Kreis liegt an letzter Stelle beim Inklusionsanteil.

Die Grundschulorte haben im ländlichen Raum, besonders in unseren Gemeinden eine lange Tradition und stellen einen wichtigen sozialen Kristallisationspunkt des dörflichen Gemeinschaftslebens, aber auch der lokalgesellschaftlichen Integration dar. Die Schließung eines Grundschulstandorts kann daher das Dorfleben nachhaltig beeinträchtigen und eine Abwärtsspirale beschleunigen.

Die SPD-Fraktion setzt sich primär dafür ein, dass unsere 23 Grundschulen im Kreis erhalten bleiben: Kurze Beine brauchen kurze Wege. Weiter setzen wir uns bildungspolitisch dafür ein, dass auch in unserem Kreis die Inklusionsquote nach oben geht.

Burkhard Klinke
Bildungspolitischer Sprecher