SPD-Fraktion zu Gast bei der Schuldnerberatung GATE Ostholstein


Die Schuldnerberatung ist vom Kreis Ostholstein an die Einrichtungen GATE in Neustadt und AWO in Eutin vergeben worden. Nachdem es einen früheren Besuch bei der AWO in Eutin schon gegeben hatte, war die gesamte Fraktion im Januar 2020 bei GATE in Neustadt eingeladen. Nun stehen dieses Jahr für die Fortführung der Schuldnerberatungen wichtige Entscheidungen an, die sorgfältig vorbereitet sein sollen.

Schuldnerberatung – immens wichtig

Eine Zahl verdeutlicht sofort die Wichtigkeit solcher Beratungen. Jeder eingesetzte Euro, der für die Beratung von Hilfesuchenden bereitgestellt wird, erspart der Gesellschaft ca. 4 Euro, die sonst für die soziale Unterstützung ausgegeben werden müssten. Überschuldung bringt zudem viel Leid in Haushalte – und das Leid betrifft oft ganze Familien, also gerade auch Kinder. Damit wird sichtbar, dass eine psychische Entlastung für die Betroffenen unbedingt nötig ist. Schließlich soll der Schuldenberg nicht dazu führen, dass Berufstätige resignieren und dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren, dass Familien zerbrechen oder Menschen krank werden und verzweifeln. Ein geordneter Schuldenabbau braucht unbedingt Hilfestellung durch Beratung und enge Begleitung.

Öffnung der Schuldnerberatung

Bisher war die Schuldnerberatung nur für überschuldete Bürger Ostholsteins gegeben, die Leistungen nach SGB II oder SGB XII beziehen. Sie haben einen gesetzlichen Anspruch. Der SPD-Fraktion war das zu wenig. Sie hat sich – zusammen mit den Schuldnerberatungsstellen – immer wieder dafür eingesetzt, dass auch anderen Personenkreisen Hilfe geboten wird. Denn auch sie können durch Arbeitslosigkeit, gescheiterte Selbstständigkeit, Trennung, Unfall, Krankheit oder Todesfälle in die Schuldenfalle geraten. Endlich konnte 2019 zum ersten Mal der Kreis der Beratungssuchenden durch freiwillige Leistungen erweitert werden. Zum Beispiel konnten gerade junge Menschen unter 25 Jahren auch beraten werden, ebenso Familien mit minderjährigen Kindern. Die zusätzlich eingesetzten Finanzmittel (ca. 25.000 Euro pro Beratungsstelle) reichten aber nur bis zum September. Daher ist es als erster großer Erfolg einer vernünftigen Sozialpolitik zu sehen, das für 2020 im Kreistag 35.000 Euro zusätzliche freiwillige Leistungen in den Haushalt eingestellt wurden.

Was jetzt wichtig wird

Der erste Schritt zur Öffnung der Schuldnerberatung ist erfreulich. Das zeigen die Hilfen, die alle die gestärkt haben, die bisher keinen Anspruch hatten. Allerdings steht zu erwarten, dass die eingesetzten Mittel nicht ausreichen werden, da gar nicht alle Hilfesuchenden Unterstützung erhalten konnten. Hier wird unsere Fraktion sich fortlaufend informieren, damit der Gesellschaft durch Sparen am falschen Ende, keine zusätzlichen Kosten entstehen. Zudem steht im ersten Halbjahr die politische Entscheidung an, mit welchen Organisationen und auf welche Weise die Schuldnerberatung fortgeführt werden soll. Auch diese Entscheidungen sind kritisch zu begleiten. Dazu demnächst mehr.

Dank an GATE

Zu den hier angesprochenen Themen gab es in Neustadt einen regen Gedankenaustausch. Dank an GATE, im Gespräch vertreten durch Frau Christiansen, Herrn von der Oelsnitz und Frau Blank. Dank für die fundierte Beantwortung aller Fragen und für die zusätzlichen Informationen. Da in Ostholstein ca. 20.000 Menschen von Überschuldung betroffen sind, gibt es noch viel zu tun. Diese Arbeit lässt sich für uns jetzt noch besser angehen.

Manfred Jaeger