„Wie viel Tourismus verträgt Ostholstein?“

Die SPD Kreistagsfraktion zu Besuch beim OHT in Scharbeutz

Am 20.01. besuchte die SPD-Kreistagsfraktion den Ostsee-Holstein Tourismus (OHT) in Scharbeutz. Der OHT ist der Dachverband für alle Kommunen entlang der Ostseeküste und kümmert sich um eine gemeinsame Vermarktung dieser Städte und Gemeinden an der Ostsee. Dabei wertet der OHT auch jedes Jahr aus, wie viele Übernachtungen und Tagesgäste es pro Jahr gab und guckt, was in den Tourismusorten gut und was nicht ideal läuft.

2018 mal wieder ein erfolgreiches Jahr für den Tourismus

Die Geschäftsführerin des OHT, Katja Lauritzen, führte in ihrem Vortrag aus, dass es im vergangenen Jahr erneut einen Anstieg um 4,4% der Übernachtungszahlen an der Ostsee gegeben hat. Das ist hauptsächlich auf größere Unterkünfte zurückzuführen, die im vergangenen Jahr eröffnet haben. Kritisch wurde in der Runde allerdings gesehen, dass die gesunde Mischung aus großen Hotels und kleinen privaten Vermietungen sich immer mehr zu den großen Hotels entwickelt.

Nachhaltigkeit im Tourismus wird immer wichtiger

Interessant ist, dass die Sensibilisierung für die Nachhaltigkeit immer größer wird.  Dies passt auch gut zum unserem Antrag im Kreistag vom Dezember, in dem wir die Kommunen des Kreises auffordern, möglichst auf Plastik zu verzichten. Spannend ist hierbei allerdings, dass 78% der Tagestouristen im Kreis mit dem Auto anreisen. Hier ist auf jeden Fall noch ordentlich Luft nach oben, denn Nachhaltigkeit fängt oft auch beim eigenen Verhalten an.

Nachhaltigkeit fängt aber auch bei der Lenkung von Besucherströmen an. Man war sich schnell einig, dass es in vielen Orten des Kreises ein paar Tage im Jahr gibt, an denen zu viele Gäste den Ort bevölkern. Hier gilt es in Zukunft den schmalen Grad zwischen Steigerung der Qualität und gleichzeitiger Sicherung der Preise zu sichern, denn ein Markenzeiches des Tourismus an der Ostsee ist auch, dass er für normal verdienende Familien bezahlbar bleibt.

Digitaler Tourismus, wie kann das sein?

Der OHT regte aber auch an, dass der Kreis und die Gemeinden sich auch mehr mit der Digitalisierung beschäftigen. Das fängt bei WLAN im Ort an, mit dem die Gäste ihre Fotos vom Strand hochladen können und geht bis zu Tablets in Restaurants, mit dem Essen bestellt werden kann. Dies ist einerseits eine Möglichkeit, den Arbeitskräftemangel zu umgehen, schafft aber andererseits auch neue Erlebnisse und bindet so neue Zielgruppen.

Was nimmt die SPD aus diesem Gespräch mit?

Auch für uns gab es viele neue Ideen, die wir in Zukunft anpacken können. Ein Thema, was viele Gäste an den OHT rangetragen haben, ist, dass in den Bussen des Kreises keine Fahrräder transportiert werden können. In vielen anderen Kommunen gibt es hinten an den Bussen Fahrradträger, die es ermöglichen, dass die Räder verkehrssicher mitgekommen werden können.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der fehlende Wohnraum für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den touristischen Betrieben des Kreises. Hier hat der Kreis zwar keinen direkten Einfluss, allerdings werden wir das Thema an unsere Gemeindevertreter*innen vor Ort weitergeben.

 

Tim Dürbrook