Besuch der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe

Die letzten Meldungen über häufige Abmeldungen der Kliniken in Oldenburg und Eutin veranlassten die Mitglieder der SPD-Fraktion, sich am vergangenen Donnerstag ein Bild von der Arbeit in der Integrierten Rettungsleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe zu machen. Und – um es vorwegzunehmen – der Besuch war sehr lohnend.

Allein die Zahlen sagen viel

Nach freundlicher Begrüßung gab es zuerst einen Powerpoint-Vortrag, den der Schichtleiter, Herr Wölms, fachkundig und interessant den SPD-Kreistagsmitgliedern vortrug. So erfuhren die Gäste, dass nach Annahme der Notrufe unter 112 alle rettungsdienstlichen Einsätze in den Kreisen Ostholstein Stormarn und Herzogtum Lauenburg in der IRLS koordiniert werden. Neben 85 Fahrzeugen des hauptamtlichen Rettungsdienstes stehen u.a. 340 Freiwillige Feuerwehren und diverse Hilfsorganisationen für Einsätze zur Verfügung. Die Einsatzzahlen von 2017 zeigen dabei, welche umfangreichen Arbeiten von den Einsatzsachbearbeitern zu leisten sind: insgesamt sind 154.901 Einsätze zu verzeichnen gewesen, darunter 55.845 Krankentransporte, 67.676 Rettungswagen- und 19.994 Notfalleinsätze. Hinzu kommen 360.000 protokollierte Telefongespräche und 190.821 Sprechwünsche von Einsatzfahrzeugen, die bearbeitet werden müssen.

Eine gute Ausbildung ist sehr wichtig

Diese Zahlen allein machen schon die Wichtigkeit der Arbeit und das erhebliche Belastungspotential deutlich, dem die Mitarbeiter der IRLS ausgesetzt sind. Das wird umso sichtbarer, wenn man bedenkt, dass sehr schwierige Einsatzlagen zu beherrschen sind, die eine hohe Gesprächskompetenz erfordern, da Menschen oft aus starken Bedrohungslagen heraus anrufen, in denen es um lebensbedrohende Situationen geht. Daher sind alle in der IRLS tätigen Einsatzsachbearbeiter mindestens Rettungssanitäter und müssen einen Leitstellenlehrgang absolviert haben.

Neubau muss optimale Arbeitsbedingungen schaffen

Richtig spürbar wurde die starke Belastung, als die SPD-Mitglieder direkt in der Einsatzzentrale den Mitarbeitern über die Schulter schauen konnten. Hochkonzentriert mussten diese mit enormer Geschwindigkeit nach einem Notrufabfrageschema die eingehenden Anrufe annehmen und verarbeiten, Erste Hilfe Anweisungen geben und die erforderlichen Einsätze starten und bis zur Erledigung begleiten. Dass die dafür erforderlichen Gespräche ein optimales Arbeitsumfeld brauchen, wird richtig deutlich, wenn man erfährt, dass die Kommunikation mit Menschen in Extremsituationen eine starke und klare Ansprache braucht, die, wenn es um Reanimationen mit Hilfe von Telefonanweisungen geht, nicht durch störende Unruhe – auch vom Nebenarbeitsplatz –  belastet werden darf. So ist es nur allzu verständlich, dass die Mitarbeiter dringend mehr Raumangebot und Verstärkung durch weitere Einsatzplätze benötigen. Hier muss bei dem anstehenden Neubau der IRLS alles Erforderliche bedacht und umgesetzt werden. Schließlich muss – so die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion aus Ostholstein – Menschen in schweren Bedrohungslagen so gut es irgend geht Hilfe zu teil werden.

Abmeldezahlen in Ostholstein sind ein großes Problem

Dass zurzeit in Ostholstein gerade in der Notfallversorgung nicht alles optimal läuft, das zeigen die hohen Abmeldezahlen der Kliniken in Oldenburg und Eutin. Diese werden allein schon dadurch augenfällig, dass sich eine große Anzahl von Abmeldefaxen der Kliniken in der vorgesehenen Box der IRLS stapelt. Und das ist offensichtlich der Regelfall.

Der SPD Fraktionsvorsitzende Burkhard Klinke und der sozialpolitische Sprecher Manfred Jaeger sind sich einig, hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden, damit Menschen, die dringend benötigte Hilfe ohne Zeitverzögerung bekommen. Dafür muss die Zentrale aus Platzgründen ein neues Quartier erhalten.

Burkhard Klinke, Fraktionsvorsitzender

Manfred Jaeger, Sozialpolitischer Sprecher