
Auf dem Kreisparteitag am 16.01.2010 in Grömitz wurde Lars Winter aus Beschendorf zum neuen Kreisvorsitzenden der SPD Ostholstein gewählt. Damit tritt er die Nachfolge von Manfred Jaeger aus Stockelsdorf an, der im November 2009 von seinem Amt zurück getreten ist.
Die 93 zur Wahl Stimmberechtigten Delegierten bescherten Winter ein Traumergebnis, wie die hiesige Presse schreibt. Mit 89 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen und 2 Gegenstimmen fiel das Votum eindeutig aus.
Winter ist im Dezember 1997 in die SPD eingetreten. Bereits von Anfang an hat er sich aktiv um die Partei und die sozialdemokratische Politik gekümmert. Zwischenzeitlich ist er Vorsitzender des Ortsvereins in Beschendorf, Fraktions- und Finanzausschussvorsitzender in der Beschendorfer Gemeindevertretung, er ist seit 2003 Mitglied der Kreistagsfraktion und seit nunmehr 10 Jahren im Kreisvorstand tätig. Hier hat er sich zunächst um die Organisation und um die Internetpräsentation der SPD auf Kreis- und Ortsvereinsebene gekümmert. Vor knapp einem Jahr ist er zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt worden.
Winter führte in seiner Bewerbungsrede aus, dass er auf den letzten Landesparteitagen für den SPD-Kreisverband in der Antragskommission mitwirken durfte, was er als große Ehre empfand. "Ich habe dort und auf dem Landesparteitag selbst unsere Anträge vorgestellt und mich für ihre Durchsetzung eingesetzt. Meistens mit Erfolg."
Winter weiter: "Bereits im letzten Jahr hatte ich überlegt, ob ich nicht auch für den Kreisvorsitz kandidieren solle. Da ich aber ein weiteres Ziel vor Augen hatte, nämlich in den Landtag im Mai 2010 einzuziehen, haben mir viele gute Wegbegleiter davon abgeraten. Durch den kalten Koalitionsbruch der CDU hatten wir dann ja bereits am 27. September 2009 das Vergnügen, mit den bekannten Ergebnissen. Aber dazu kommen wir später ja noch.
Mit dem Rücktritt von Manfred Jaeger stand für mich sofort fest, dass ich zur Verfügung stehe. Seit Anfang November bis heute führe ich den Kreisverband kommissarisch und habe dabei festgestellt, dass es noch interessanter und erfüllender ist, als ich vorher geglaubt habe.
Liebe Genossinnen und Genossen, auf der heutigen Tagesordnung stehen 18 Anträge. Sie wurden von den Ortsvereinen, den Arbeitsgemeinschaften und dem Kreisvorstand verfasst. Es sind fast alles sehr politische Anträge. Viele von den Anträgen werden wir dem Landesparteitag zum Beschluss vorlegen. Wir werden uns für die Umsetzung einsetzen. Das ist es, was in der Vergangenheit gefehlt hat. Mut und Engagement Politik von unten nach oben zu betreiben. Lasst uns auf diesem Weg weitergehen. Lasst uns diesen Weg ausbauen. Dann ist mir nicht bange um die SPD. Diesen Weg zu beschreiten kostet Arbeit und Schweiß. Das ist nicht umsonst zu bekommen. Ich bin gewillt und bereit mich mit euch dafür einzusetzen und dafür zu arbeiten. Ich bitte heute um eure Stimme und zukünftig um eure Unterstützung und Hilfe."
Schlusswort
Ich bin im Vorfeld gefragt worden, welche Vorstellungen ich für die Zukunft habe, wohin ich den Kreisverband führen will. Meine Antwort war und ist, dass die Kreispartei keine One-Men-Show, keinen Frontman braucht, der politische Ziele vorgibt, die die Partei umzusetzen hat. Ich möchte gemeinsam mit meinem Kreisvorstand, gemeinsam mit den Arbeitsgemeinschaften, der Kreistagsfraktion, den Ortsvereinen, den Vereinen und Verbänden, mit den Menschen in Ostholstein sozial gerechte, sozialdemokratische Politik von unten nach oben betreiben. Dazu haben wir den Anfang bereits gemacht. Seit Dezember treffen wir uns monatlich mit unterschiedlichen Gruppen. Zunächst waren es die Vertreterinnen und Vertreter der BI´s zur Schienenhinterlandanbindung, dann haben wir uns mit Menschen getroffen, die sich für das freiwillige ökologische Jahr einsetzen. Im Februar treffen wir uns voraussichtlich mit den Kreisvorständen Lübecks und Stormarns um über die Flughafensituation und die weitere Schienenhinterlandanbindung zu sprechen. Im März möchten wir Vertreterinnen und Vertreter des Bildungswesens einladen. Leiterinnen von Kindergärten, die Kreiselternvertretungen, Lehrerinnen und Lehrer der verschiedenen Schularten. Das soll der Auftakt zur Neugründung der Arbeitsgemeinschaft Bildung im Kreis Ostholstein sein. Dann haben wir neben der schon lange aktiven AG60+, der vor kurzem wiederbelebten AsF und den Jusos eine weitere aktive Arbeitsgemeinschaft, die sich um einen wesentlichen Teil unserer Politik kümmern. Auch wenn wir in der großen Koalition die Gemeinschaftsschule auf den Weg gebracht haben, so müssen wir resümieren, dass in der Umsetzung einiges auf der Strecke geblieben ist. Da ist nachzubessern. Dafür ist es aber notwendig, dass wir mit denen sprechen und denen zuhören, die vor Ort für die Umsetzung Verantwortung tragen. Dann sind wir auch in der Lage Politik für die Menschen zu machen. Dann machen wir Politik mit den Menschen.
Es gibt noch weitere Aufgabenfelder, die brach liegen. Wir müssen uns wieder verstärkt um die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kümmern. Wir müssen wieder mit den Gewerkschaften zusammenarbeiten. Dafür sollten wir uns um die Gründung der AfA, der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen auf Kreisebene kümmern. Wir müssen uns weiter um die sozialen Belange der schwachen und Hilfsbedürftigen kümmern. Keiner braucht zu Glauben, dass sich CDU oder FDP darum kümmern. Weder auf Bundes-, Landes- oder Kreisebene. Da oben sind sie damit beschäftigt sich für sich und ihr Klientel einzuheimsen, was die Staatskassen hergeben oder auch nicht hergeben, in Kiel verschlafen sie alles und auf Kreisebene sparen sie sich kaputt und setzen die Prioritäten völlig falsch. Natürlich erkennen auch wir die finanzielle Notlage des Kreises, doch wir haben andere Ansätze diese Krise zu bewältigen.
Es gilt das gesprochene Wort